Dank seiner klimatischen Lage eignet sich die Türkei besonders gut für den Kartoffelanbau. Als eines der Top 15 Exportländer weltweit spielt die Türkei auch auf dem internationalen Kartoffelmarkt eine bedeutende Rolle.
Anders als in Deutschland werden die Kartoffeln von den türkischen Landwirten ausschließlich angebaut und gepflegt. Die Ernte selbst wird anschließend von den Chips- und Pommes-Fabriken organisiert.
Bisher erfolgte die Ernte in mühsamer Handarbeit. Die Kartoffeln werden mit einem einfachen Siebkettenroder freigelegt und danach händisch in Bigbags gesammelt. Diese Bigbags werden per Kran im Heckanbau eines Traktors oder per Teleskoplader auf LKWs gehoben und entleert. Durch anhaftende Erde war der Schmutzanteil trotz des händischen Aufsammelns in der Regel hoch.
Mit einer Mannschaft von 70 Personen konnten bislang etwa 5 Hektar pro Tag geerntet werden – eine beachtliche Leistung, die jedoch mit hohem Personal- und Organisationsaufwand verbunden war. Aus Sicht der Fabriken wird diese Methode zunehmend ineffizienter und problematischer, bedenkt man beispielsweise auch die Summe aller Kosten für Personal inkl. Unterkunft und Verpflegung.
Da ein wachsender Bedarf an schnelleren, effizienteren und kostensparenden Erntemethoden besteht, brachte ROPA gemeinsam mit dem langjährigen Vertriebspartner Yeni Aktaş Otomotiv Tar. Hay. San. ve Tic. Ltd. Şti. den ersten ROPA Keiler 2 RK22 mit Überladebunker und Double Select in die Türkei. Die Maschine wurde im Rahmen von Vorführungen präsentiert und unter schwierigen Bedingungen eingesetzt.
Vorführung des ROPA Keiler 2 RK22 mit Überladebunker und DoubleSelect
Mitte Juli waren zwei erfahrene Mitarbeiter aus dem ROPA Team vor Ort, um die Maschine in Betrieb zu nehmen, Fahrer zu schulen und die Leistungsfähigkeit des Keiler 2 RK22 unter Beweis zu stellen.
Da die vollmechanisierte Kartoffelernte in der Türkei nahezu unbekannt ist, war die Skepsis vieler Landwirte zunächst groß. Es bestand die Sorge, dass die Maschine die Kartoffeln beschädigen oder den Boden unnötig belasten könnte. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Suche nach Flächen für erste Vorführungen. Letztlich konnten jedoch mehrere Betriebe überzeugt werden.
Die Felder und die Rahmenbedingungen waren nicht optimal, da eine maschinelle Ernte bisher nicht vorgesehen war. Daher mussten zunächst händisch Vorgewende geerntet werden, um dem Roder genügend Wenderaum zu bieten. Zusätzlich wurden jeweils vier Reihen freigelegt, um beim Anroden nicht unnötig die Dämme zu verdichten und das Durchfahrten in der Feldmitte zu ermöglichen.
Die Bedingungen im Feld stellten die Technik auf eine echte Probe. Eine sehr ungleichmäßige Ablagetiefe der Pflanzkartoffeln und mangelhafte Bodenbearbeitung hatten viele Kluten zur Folge, da besonders tief gerodet werden musste. Teils sehr steinige Bodenverhältnisse prägten ebenfalls das Einsatzbild.
Trotz dieser Herausforderungen überzeugte der ROPA Keiler 2 RK22 mit beeindruckender Trennleistung und schonender Behandlung der Kartoffeln. Bereits auf dem zweiten Igelband werden mit einem 3-fach UFK Steine und Kluten in erheblichem Maße abgetrennt. Dadurch wird nicht nur die Reinigungsleistung erhöht, sondern auch Beschädigungen an den Kartoffeln im weiteren Verlauf der Maschine reduziert. Der geringere Schmutzanteil minderte somit Preisabschläge – ein zentraler Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Landwirte.

Ein besonderes Augenmerk galt zudem dem Überladebunker: Da türkische Lkw häufig mit erhöhten Bordwänden fahren, war das lange Überladeband des Keiler ein klarer Vorteil. Selbst Sattelzüge mit mehr als einem Meter Höhendifferenz zwischen Feld und Feldweg konnten problemlos vom Feld aus befüllt werden.

Die Vorführung lockte zahlreiche Interessenten an. Neben Landwirten besuchten auch Vertreter führender Pommes- und Chipsfabriken die Einsätze. Viele filmten die Maschine aus der Nähe und zeigten sich von der Reinigungsleistung und der Bedienung beeindruckt. Die Maschine arbeitete leise, effizient und sehr Kartoffelschonend, was die Bedenken hinsichtlich Beschädigungen vollständig entkräftete.
Die Vorführungen fanden in der Region um Erbaa statt – einem wichtigen Gebiet für den türkischen Kartoffelanbau. Dabei wurde der Kartoffelroder bei mehreren Betrieben und unter verschiedene Bedingungen eingesetzt.
Das durchweg positive Feedback aus den Reihen der Landwirte und Fabriken macht deutlich: Der ROPA Keiler 2 RK22 hat das Potenzial, die Kartoffelernte in der Türkei zu revolutionieren.
Zusammenarbeit mit Yeni Aktaş Otomotiv Tar. Hay. San. ve Tic. Ltd. Şti.
Die Zusammenarbeit zwischen ROPA und Aktas besteht bereits seit dem Jahr 2009. Aktas betreut seither den vollständigen Vertrieb und Service für ROPA Maschinen in der Türkei.
Heute sind etwa 160 Zuckerrübenroder und Verlademäuse, auf türkischen Zuckerrübenfeldern, im Einsatz. Aufgrund der verlängerten Einsatzzeiten in der Türkei spielt der Bereich Wartung und Instandhaltung eine besonders große Rolle. Das Engagement von Aktas in diesem Bereich stellt sicher, dass ROPA Maschinen stets mit hoher Zuverlässigkeit arbeiten.
Mittlerweile befinden sich drei ROPA Keiler und ein Krautschläger in der Türkei im Feldeinsatz. Dank des starken Partnernetzwerks von Aktas profitieren auch die Kartoffelroder künftig von einem engmaschigen Service- und Ersatzteilnetzwerk, das in der Region Maßstäbe setzt.
Firmenchef Faruk Aktas zeigt sich optimistisch: Er rechnet damit, dass in den kommenden Jahren zahlreiche weitere Keiler in den türkischen Markt eingeführt werden – gestützt durch die wachsende Nachfrage nach Effizienz, Qualität und innovativer Landtechnik.



















