Technik im Praxiseinsatz und persönliche Begegnungen prägten den ROPA Messeauftritt am 9. und 10. September auf dem Rittergut Gestorf 1 in Springe bei Hannover. Von der Kartoffelpflanzung über die Ernte und Einlagerung bis zur Zuckerrübenverladung zeigte ROPA ein umfassendes Maschinenprogramm für professionelle Betriebe und Lohnunternehmen.
Am Stand und bei den Feldvorführungen konnten Besucher die Maschinen aus nächster Nähe kennenlernen und sich mit dem ROPA Team über ihre Anforderungen austauschen.
Die Verbindung aus ausgestellter Technik und praktischem Einsatz machte nachvollziehbar, wie die einzelnen Lösungen im Arbeitsalltag zusammenspielen. Dabei standen neben Schlagkraft und schonender Ernte auch präzise Bedienung, Fahrerentlastung und die Anpassung an unterschiedliche Einsatzbedingungen im Mittelpunkt.
Kartoffeltechnik
Legetechnik mit Leguan und GECKO am ROPA Messestand
ROPA Leguan
Mit dem ROPA Leguan stellte ROPA seine Neuentwicklung in der Kartoffellegetechnik vor. Nach umfangreichen Praxiseinsätzen erster Prototypen geht die Maschine zur Saison 2027 in Zentraleuropa in die Vorserie. Ihr Konzept verbindet präzise Pflanzarbeit mit effizienter Steuerung und hohem Bedienkomfort.
Die Legeelemente werden vollständig elektrisch über bürstenlose Servomotoren angetrieben. Zusammen mit dem integrierten 48-V-Bordnetz und der CAN-Bus-Steuerung schafft dies die Grundlage für eine hochpräzise Drehzahlregelung und exakt einstellbare Legeabstände. Precision-Farming-Funktionen wie Section Control, Variable Rate Control und Tramline Control ermöglichen eine gezielte Anpassung der Pflanzarbeit. Legeelemente, Beizanlage und Mikrogranulatstreuer lassen sich GPS-basiert einzeln ansteuern. Eine automatische Tiefenführung über Ultraschallsensoren unterstützt eine konstante Pflanztiefe bei wechselnden Bodenbedingungen.
ROPA Gecko
Ergänzend war der ROPA GECKO als Legemaschine für vorgekeimte Kartoffeln am Stand zu sehen. Ein Krautschläger und eine Schwadaufnahme vervollständigten das Ausstellungsprogramm. An der Schwadaufnahme wurde die Vielseitigkeit der Keiler-Baureihe deutlich: Mit dem ROPA Schnellwechselsystem lässt sich der Einsatzbereich an unterschiedliche Kulturen und Ernteverfahren anpassen, etwa bei Zwiebeln, Möhren oder Sellerie.
Rodetechnik im praktischen Einsatz
In den Kartoffelvorführungen präsentierte ROPA drei Maschinen mit unterschiedlichen Einsatzschwerpunkten: den einreihigen gezogenen Keiler 1, den Keiler 2 RK22 DoubleSelect mit zusätzlichem Verlesestand, zusätzlicher Beimengenspur und Überladerbunker sowie den Keiler 2 RK22 Classic mit XL-Bunker. Das Spektrum reichte damit vom kompakten Premium-Einreiher bis zur zweireihigen Erntetechnik für hohe Durchsatzleistungen.
ROPA Keiler
Die Keiler 2 RK22 Baureihe verbindet hohe Rodeleistung mit einer schonenden Trennung und durchdachter Bedienung. Zur Ausstattung gehören der vollhydraulische Antrieb, die ISOBUS-Bedienung über ein 12-Zoll-CCI-1200-Terminal und die großvolumige Bereifung 850/50 R30.5. Die teleskopierbare Achse ermöglicht 3,00 m Transportbreite und 3,50 m Außenbreite im Feld. Ein automatischer hydraulischer Neigungsausgleich unterstützt eine gleichmäßige Reinigungswirkung am Seitenhang. Der Standardbunker fasst 7,5 t, der XL-Bunker des Keiler 2 RK22 Classic 8 t.
Ein technischer Schwerpunkt war der Keiler 2 RK22 DoubleSelect. Sein zusätzlicher Dreifach-UFK am Igel 2 erhöht die Trennleistung insbesondere unter klutigen und steinigen Bodenverhältnissen. Die frühe Abtrennung von Kluten und Steinen entlastet die nachfolgenden Reinigungselemente und reduziert Beschädigungen an den Kartoffeln. Der DoubleSelect ist wahlweise mit zusätzlichem Verlesestand und Beimengenspur erhältlich, auch in Verbindung mit XL- oder Überladerbunker. Jede UFK-Einheit kann optional mit umlaufenden Bürsten (UBK) ausgestattet werden.
In Springe war der DoubleSelect mit Überladerbunker im Einsatz. Eine zusätzliche Übergabewalze und eine Siebkette im Überlader sorgen für weitere Erdabreinigung. Da Überladearm und Bunkerboden getrennt dosiert werden können, lässt sich der Gutfluss feinfühlig steuern. Die Vorführung veranschaulichte damit die schonende Übergabe auf Transportfahrzeuge während der Fahrt.
Der Keiler 2 RK22 Classic mit XL-Bunker ergänzte das Vorführprogramm um eine Variante, deren Stärken bei hohen Durchsatzleistungen und auf siebfähigen Böden liegen, beispielsweise im angereicherten Verfahren. Ein weiteres Thema war die neue intelligente Nachlauflenkung für den Keiler 2 RK22. Sie regelt die Lenkachse autonom, lässt den Roder spurgetreu dem Traktor folgen und unterstützt den Fahrer auch beim Rückwärtsfahren. Das erleichtert die Arbeit am Vorgewende und beim Rangieren. Die intelligente Nachlauflenkung ist auf alle ROPA Keiler 2 RK22 Modelle nachrüstbar.
Einlagerungstechnik von Bijlsma Hercules
Die Prozesskette nach der Ernte bildete ROPA gemeinsam mit der Technik von Bijlsma Hercules ab. Als Vertriebs- und Servicepartner in Deutschland präsentierte ROPA Lösungen für Reinigung, Sortierung, Verladung und Lagerung. Am Stand waren unter anderem ein Kluten- und Steintrenner sowie ein Kistenfüller ausgestellt. Direkt angrenzend ergänzte eine Verladelinie von Bijlsma Hercules das Programm.
Damit ließ sich der Weg der Kartoffel vom Feld bis zur Einlagerung verfolgen. Ein gleichmäßiger Gutfluss, die zuverlässige Trennung von Beimengen und die behutsame Befüllung von Kisten standen dabei ebenso im Fokus wie eine effiziente Verladung. Die gezeigten Lösungen verdeutlichten, wie sich die schonende Produktbehandlung über die Ernte hinaus fortsetzen lässt.
Zuckerrübentechnik
Maus 6 bei Reinigung und Verladung
ROPA Maus 6
Bei der Zuckerrübenverladung zeigte die ROPA Maus 6 das Zusammenspiel von leistungsfähiger Reinigung, kontrolliertem Gutfluss und Fahrerkomfort. Die Vorführmaschine stellte die Maschinengemeinschaft Calenberger Land GmbH zur Verfügung.
Das 10,20 m breite Aufnahmesystem arbeitet mit 18 Reinigungswalzen. Die Reinigungsintensität lässt sich vollständig aus der Kabine anpassen, die Überladeweite beträgt bis zu 15 m. Für die Balance im Verladebetrieb sorgt der mehr als 9 m weit ausschwenkbare Gegengewichtsarm.
Die höhenverstellbare Komfortkabine bietet Rundumsicht und unterstützt den Fahrer mit zwei 12,1-Zoll-R-Touch-Terminals, digitalem Kamerasystem und integriertem Wiegesystem mit CAN-Bus-Wiegezellen. Für den Straßentransport lässt sich die Maus 6 vollautomatisch auf 3,00 m Transportbreite und 14,97 m Gesamtlänge einklappen. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt bis zu 40 km/h.
Tiger 6S im Rodeeinsatz
ROPA Tiger 6S
Im Rodeeinsatz zeigte ROPA den Tiger 6S. Der selbstfahrende, dreiachsige Zuckerrübenroder steht für praxiserprobte Spitzenleistung, extrem hohe Einsatzsicherheit und maximale Bodenschonung. Der selbstfahrende, dreiachsige Roder wurde von der Rübenrodegemeinschaft Külf GbR bereitgestellt und zeigte das ROPA Konzept für hohe Ernteleistung bei konsequenter Bodenschonung.
Den Antrieb übernimmt der Volvo Penta TWD1683VE mit 16,12 Litern Hubraum, 796 PS beziehungsweise 585 kW und einem maximalen Drehmoment von 3.650 Nm. Bereits ab 1.000 U/min stehen 3.550 Nm zur Verfügung. Diese Leistungsreserven ermöglichen eine gleichmäßige, kraftstoffeffiziente Arbeitsweise im niedrigen Drehzahlbereich, auch unter wechselnden Erntebedingungen.
Das patentierte Fahrwerk mit R-Soil Protect, R-Balance und automatischem Hangausgleich verbindet hohe Traktion mit Bodenschonung. Am Seitenhang kann das Chassis bei Neigungen bis zu 10 Prozent hydraulisch waagerecht gehalten werden. Dies reduziert Bodendruck und Spurtiefe und verbessert zugleich Fahrkomfort und Hangstabilität. R-Trim zur automatischen Schleglerhöhenverstellung und R-Contour zur automatischen Schartiefenverstellung der Einzelreihen unterstützen eine gleichmäßige Rodequalität. Zwei 12,1-Zoll-Bedienterminals sowie R-Connect Telematik und Ferndiagnose ergänzen die Ausstattung.
Taurus im Zusammenspiel mit dem Tiger 6S
ROPA Taurus
Wie sich die Erntelogistik im Feld auf die Leistung des Roders auswirkt, veranschaulichte der Taurus gemeinsam mit dem Tiger 6S. Das Überladefahrzeug wurde von der Zuckerrübenrodegemeinschaft Mansfelder Land GbR zur Verfügung gestellt. Es übernimmt große Rübenmengen während der Fahrt und ermöglicht dem Roder, ohne Unterbrechung weiterzuarbeiten.
Mit rund 50 m³ Bunkervolumen, dem patentierten Fahrwerk mit R-Soil Protect, Hundegang und 1000er Michelin Reifen ist der Taurus auf hohe Schlagkraft und Bodenschonung ausgelegt. Da Abbunkerzeiten des Roders an der Miete entfallen, lässt sich dessen Leistung steigern. Das seitliche Entladeband ermöglicht die gewohnte Mietenanlage ohne zusätzliche Verdichtung unter der Miete. Die stabile Kratzbodentechnik und das ausgereifte Entladeband erlauben eine vollständige Bunkerentleerung in etwa 50 Sekunden.
Kundennähe und Gastfreundschaft am ROPA Stand
So vielfältig die technischen Highlights in Springe waren, im Mittelpunkt standen für ROPA die Menschen, die täglich mit den Maschinen arbeiten. Der direkte Kundenkontakt, persönliche Gespräche und der offene Austausch haben bei ROPA einen besonderen Stellenwert. Aus der engen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit entstehen wichtige Impulse, um Maschinen kontinuierlich weiterzuentwickeln und an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Die Messe bot dafür den passenden Rahmen: Technik im Einsatz erleben, Fragen unmittelbar besprechen und Erfahrungen aus der Praxis miteinander teilen.
Diese Nähe prägte auch die Gastfreundschaft am Stand. Für Kunden und Team kamen saftige Steaks und bayerische Bratwürste auf den Grill. Das gesamte Team packte mit an, darunter die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kundendienst, Entwicklung und Vertrieb. Auch die beiden Geschäftsführer Dr. Eberhard Krayl und Dr. Josef Weinzel legten die Keiler-Schürzen an und grillten für die Kunden und das komplette Team. So waren die Menschen hinter den Maschinen auch abseits der Fachgespräche persönlich erlebbar.
Am Abend des ersten Messetages setzte sich das Miteinander bei der Standparty fort, zu der alle Kunden herzlich eingeladen waren. Bei gemeinsamem Essen und Gesprächen in ungezwungener Atmosphäre klang der Tag aus. Zwischen den Eindrücken von den Vorführungen und dem persönlichen Austausch blieb Zeit für das, was eine partnerschaftliche Zusammenarbeit trägt: einander zuzuhören und sich auch jenseits technischer Details kennenzulernen.
ROPA bedankt sich bei allen Kunden und Besuchern für die Begegnungen in Springe, bei den Maschinengemeinschaften für die Bereitstellung der Vorführmaschinen und beim gesamten Team für seinen Einsatz. In Erinnerung bleiben Maschinen, die ihre Technik im Feld erlebbar machten, und ein Messestand, an dem man sich gerne noch etwas länger aufhielt.


















